Es gibt mehrere Gründe, sich mit Manju auch elektrochemisch zu beschäftigen, wird dieses japanische Fermentationsgetränk doch schon seit 17 Jahren im deutschsprachigen Raum erfolgreich angeboten. Der Name allein besagt übersetzt „10.000 Jahre altes Leben" und lässt somit auf eine vitalisierende Wirkung schließen. Tatsächlich gibt es neben vielen diesbezüglichen langjährigen positiven Erfahrungen in Japan auch bei uns eine stabile Fangemeinde, die diesem Getränk viele gesundheitsfördernde Eigenschaften zuschreibt. Nachdem neben den chemischen Inhaltsstoffen das Redoxpotential eine gute Beschreibung eines Lebensmittels im Hinblick auf dessen gesundheitliche Wertigkeit erlaubt, soll es sich hier zunächst einmal um eine erste diesbezügliche grobe Annährung handeln, da exaktere Aussagen bislang leider nicht verfügbar sind (1).

Stofflich besteht Manju aus 65 % Wasser, 12 % Reiskleie, 10 % Naturreis, 8 % grüner Papaya und 5 % Seetang. Diese Angaben sind sicherlich nicht geeignet, dafür eigens ein Getränk aus Japan zu importieren. Was ist dann das Besondere? Diese Ausgangsmaterialien werden in Verbindung mit speziellen Mikroorgansimen einem längeren sorgfältigen Fermentationsprozess unterworfen - ähnlich der Sauerkrautherstellung -, in welchem über mehrere mikrobielle Ab- u. Umbauprozesse ein gelbliches, geschmacklich unauffälliges Getränk entsteht, dem antioxidative Eigenschaften zugesprochen werden. Das Besondere im Manju muss also offensichtlich in der jungen, grünen Papayafrucht - die im Gegensatz zur alten, viel der Enzyme Papain, Carpain, Acetogenin, Chymopapain, Lysozym, Amylase sowie Lipase enthält - und im mikrobiologischen Fermentationsprozess liegen, denn der Reis ist diesbezüglich nicht hervorstechend und dürfte vorwiegend als Futtergrundlage für die speziell ausgewählten Mikroorganismen dienen (2).

Während die wichtigsten gesundheitlich wertvollen Inhaltsstoffe (Tab.1) noch im Manju verfügbar sind und eine hohe Bioverfügbarkeit besitzen dürften, weil sie noch im natürlichen Verbund mit den ganzen fermentierten Papayas und Seetang stehen, wurden die Kohlehydrate und Eiweiße aus dem Futterreis durch die Mikroorganismen in die verschiedensten mikrobiologischen Stoffwechselprodukte umgebaut, sodass am Ende u. a. auch Melanoidin nachgewiesen werden kann, dem ebenfalls eine antioxidative Wirkung nachgesagt wird und das schnell im Blutkreislauf verfügbar sein soll.

Diese antioxidative Wirkung zu untersuchen, war der Ausgangspunkt für eine Machbarkeitsstudie. Für sie wurde ein Redoxmessgerät verwendet, mit welchem mit einem Tropfen Kapillarblut aus der Fingerbeere der oxidative Stress eines Probanden zunächst nüchtern und dann nach Einnahme von 2 cl Manju wiederum nach 30 und 60 Minuten gemessen wurden.

Grafik 1: Trendverlauf des Redoxpotentials 30 und 60 Minuten nach Manju Konsumation. Je negativer die Werte sind, desto antioxidativer (= wirkungsvoller) war die Probe.

Eine statistische Auswertung ergab nachfolgende Zusammenhänge (Grafik 1), die leider wegen der großen Inhomogenität (Alter, Medikamentenkonsum) und geringen Anzahl an Probanden (35) nicht statistisch absicherbar waren. Die Messungen zeigen aber trotzdem drei Tendenzen von praktischer Bedeutung. Manju bringt eine eindeutig antioxidative Reaktion bei der überwiegenden Zahl der Probanden, die noch kein Manju getrunken haben. Eine geringfügigere antioxidative Wirkung ergibt sich bei den Probanden, die sporadisch Manju trinken, diese dürften einen geringeren elektronen-energetischen Nachholbedarf haben. Größere Probleme verursacht die Interpretation der Messergebnisse bei den Probanden, die regelmäßig, d. h. täglich Manju trinken. Sie haben entweder eine elektronen-energetische Überversorgung und damit eine gewisse „Reaktionsstarre" oder deren elektrochemis_che Energieabbaukaskade (Grafik 2) verläuft so zeitversetzt zu den Messzeitpunkten, dass die punktuelle Messung 30 und 60 Minuten nach Manju Konsumation die wahre Situation nicht erfassen konnte .

Grafik 2: Energie-Abbaukaskade
Die Energie-Abbaukasakde bedeutet, dass wir mit unserer Nahrung Elektronen-Energie zuführen, diese in einer sehr komplizierten Abbaukette langsam nutzen (=abbauen) und elektronenarmen Kot und Harn ausscheiden.

1 Prof Dr. Manfred Hoffmann II 2, 3, 4 Dr. med. Heidi Ölfinger und
Prof. Dr. Manfred Hoffmann bei der Redoxmessung: Erfolgt durch einen
Tropfen Kapillarblut aus der Fingerbeere

Zusammenfassend lässt sich die Machbarkeitsstudie wie folgt interpretieren:
1. Manju wirkt antioxidativ, was bedeutet, dass dem Körper Elektronen bereitgestellt werden, um freie Radikale zu neutralisieren, d. h. unwirksam zu machen. Freie Radikale entstehen bei Stoffwechselvorgängen und Stressbelastungen der verschiedensten Art (Umweltchemikalien, einseitiger Ernährung, übertriebener Sport etc. ) und führen im Übermaß zu sogenannten „Radikalenkrankheiten", zu denen die meisten Zivilisationskrankheiten und das vorzeitige Altern zählen.

2. Bedarfsangepasster Konsum unterstützt die Unschädlichmachung (= Neutralisation) freier Radikale, gewohnheitsmäßiger unkontrollierter Konsum von Manju führt bei gesunden Menschen möglicherweise zu einer Übersättigung mit Elektronen, die zu einer „Reaktionsstarre" führen kann. Um diese Problematik auszuschließen, wäre ein zyklischer Gebrauch von Manju eine sinnvolle
Maßnahme, der sich auch mit Erfahrungen aus der Medizin deckt, wonach Medikamente nach bestimmten Zeiten abgesetzt werden sollen, um wieder ihre optimale Wirksamkeit zu entfalten.

3. Es ist heute mit einem Blutstropfen innerhalb von 2 Minuten mit Probenkosten von ca. 4 € möglich, den aktuellen Stressstatus einer Person zu bestimmen und damit auch den Manju-Konsum und die ganze Ernährung zu optimieren und so zumindest das vorzeitige Altern zu vermeiden, um dem namensmäßigen Anspruch vom „10.000 Jahre alten Leben" gerecht zu werden. Natürlich wäre es wünschenswert, dass durch umfangreichere und detailliertere Untersuchungen die Ergebnisse der vorgestellten Machbarkeitsstudie noch verstärkt und erweitert werden könnten!

Erschienen in der Zeitschrift multikosmos Sonderausgabe Oktober 2014

Weiterführende Literatur.:
(1): Hoffmann, M. et al: „Lebensmittelqualität u. Gesundheit - Bio-Testmethoden auf dem Prüfstand", Ökologische Konzepte Nr. 103; baerens & fuss, Schwerin (2007); vergriffen; Restexemplare: www.multikraft.com
(2): Ehrenberger, 0.: „Papayablatt - die wertvollen Enzyme der Tropenpflanze"; raum & zeit H 19112014, Seite 16 ff